Du tust alles, um dein Ziel zu erreichen, aber es gelingt dir nicht?

Es gibt viele Gründe und noch mehr Erklärungen dafür, dass man ein bestimmtes Ziel nicht erreicht. Je nach Weltsicht ist es qua Geburt oder aus Mangel an persönlicher Eignung schlicht unerreichbar und muss das Leben lang ein Traum bleiben. Manche Menschen denken, sie würden sich nicht genug anstrengen und brauchen noch diese oder jene Ausbildung und müssten sich überhaupt mehr anstrengen.

Andere sind überzeugt davon, dass sie ihr Ziel schon längst erreicht hätten, wenn man ihnen nicht immerzu Steine in den Weg werfen und sie also aktiv daran hindern würde, dort hinzukommen, wohin sie wollen – da sind dann entweder die Familie, die Gesellschaft, eine Regierung oder irgendwelche anderen Mächte schuld, das der Weg nicht endet. Wieder andere gehen davon aus, dass es innere Blockaden gibt, die aufgespürt und aufgelöst werden müssten. Und nicht wenige halten es für möglich, dass sie es einfach nicht verdient hätten, das Ersehnte zu erreichen und damit glücklich zu sein.

Vielleicht passt das Ziel nicht zu dem, was deine Seele will

Es gibt aber noch einen anderen Gedanken zum Thema, den ich persönlich sehr nützlich finde: Vielleicht ist es das falsche Ziel. Ein Ziel, das zwar zu allem passt, was man über sich zu denken gelernt hat – aber nicht zu dem, was die eigene Seele wirklich will.

Auch wenn man es sich noch so sehr wünscht und sich – vielleicht sogar mit Hilfe von Manifestationstechniken – in leuchtenden Farben ausmalt, wie schön es wäre, im eigenen Haus zu leben, seinen Meisterabschluss zu machen, die Welt zu umsegeln, eine Familie zu gründen, einen Verlag für sein Buch zu finden, an der Olympiade teilzunehmen, sein Internet-Business zum Laufen zu bringen oder mit seiner Band Erfolg zu haben. Es kann dennoch das falsche Ziel sein.

Selbst wenn man keine Anstrengung scheut, diese nach jedem Misserfolg womöglich noch erhöht und wenn man hundert Argumente dafür hat, dass sich dieses Ziel für einen wirklich lohnt. Gerade dann, würde ich sagen, ist es Zeit, das Ziel zu hinterfragen und herauszufinden, wobei es darum wirklich geht. Denn das, wonach sich die Seele sehnt, braucht keine Begründung und hat auch keinen Zweck, der über die Sache selbst hinausweist.

Was von Herzen kommt, fällt leicht – und das darf es auch

Will ich ein Restaurant führen, um eine Familientradition fortzusetzen und meine Eltern stolz zu machen? Gehe ich jeden Tag zur Fitness, um meinen Körper so aussehen zu lassen, dass man ihn „perfekt“ nennen könnte? Schreibe ich einen Roman, um Autorin zu sein? Die Bilder und Abhängigkeiten lauern überall, und je mehr Mühe man aufwendet, um ein Ziel zur erreichen, desto verdächtiger sollte einem die Sache vorkommen.

Denn das, was einem wirklich Spaß macht, was von innen kommt, von Herzen, und einem ein Bedürfnis ist, fällt leicht. Oft hat man es schon als Kind getan. Steine sammeln, Tiere verarzten, kleine Apparate aus Schrott bauen, Geschichten erzählen. Was, wenn es beim Erreichen eines Lebensziels nicht auf die Mühe ankäme?

Wenn du erschöpft und frustriert bist: Gestatte dir, dein Ziel in Frage zu stellen. Überlege ganz genau, wem das Erreichen nutzen würde. Und wie erstrebenswert dein sechsjähriges Ich dieses Ziel fände.

Lehne dich zurück, betrachte es spielerisch, denke über Alternativen nach

Falls du aus vollem Herzen hinter deinem Ziel stehst, es aber dennoch auf schmerzliche und anstrengende Weise nicht erreichst, habe ich noch einen Gedanken für dich: Vielleicht bestehst du auf einem falschen Weg dorthin, versteifst dich auf Umstände, die schlicht nicht herzustellen sind und verpasst dadurch eine Abfahrt nach der anderen, die dich zum Ziel bringen könnte? Da ist es nützlich, sich zurückzulehnen, den Blick zu weiten und so offen in die Welt hineinzulauschen, als hätte man eine Frage gestellt, deren Antwort man wirklich nicht kennt.

Vielleicht führt der Weg über ein anderes Land, in ein anderes Metier, zu Personen, mit denen man bisher noch nie etwas zu tun hatte, vielleicht müssen es keine leiblichen Kinder sein, mit denen man sich auf dem Trampolin springen sieht, vielleicht kann die Singer-Songwriterinnen-Karriere auch mit einem Programm für Seniorenheime beginnen. Betrachte es spielerisch, lehn dich zurück, mach eine Pause, denke über Alternativen nach – dann lässt sich das Mögliche oft besser erkennen.

Wenn es dir aber nicht gelingt, loszulassen – weder ein einmal ins Auge gefasstes Ziel noch einen bestimmten Weg dorthin, und wenn es dir damit nicht gut geht, dann lohnt sich bestimmt ein energetischer Blick darauf.

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