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	<title>Veränderung Archive - Your Way</title>
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	<description>Raus aus der Opferrolle!</description>
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	<title>Veränderung Archive - Your Way</title>
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	<item>
		<title>Bewertungen kosten Zeit und Ruhe – wie ich lernte, sie aufzugeben</title>
		<link>https://petra-kohse.de/bewertungen-kosten-zeit-und-ruhe-wie-ich-lernte-sie-aufzugeben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Petra Kohse]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Oct 2025 11:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer sich innere Freiheit wünscht, kommt nicht darum herum, die Gewohnheit des dauernden Bewertens abzulegen. Auf vier Dinge kommt es dabei besonders an</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wieviel mehr Zeit und Ruhe ich zur Verfügung habe, war das Erste, was mir auffiel, als ich vor einigen Jahren mit meinem eigenen energetischen Prozess begann. </p>



<p>Der erste Schritt ist hierbei ja, Gedanken und Gefühle unterscheiden zu lernen. Und wenn man seine Gedanken beobachtet, merkt man schnell, wie groß daran der Anteil von Bewertungen ist: das ist gut, jenes ist schlecht, wie kann man nur!, das ist ja unmöglich!, so eine Frechheit!, sehr schön, aber mal sehen, wie lange sie das durchhalten wird, selber schuld, oh Mann, jetzt habe ich das schon wieder nicht geschafft &#8230; Geradezu automatisch und ohne Pause kommentiert das Gehirn, was um einen herum oder durch einen geschieht – und dies selten in einer liebevollen, unterstützenden Weise.</p>



<h1 class="wp-block-heading">Bewertungen erzählen vor allem etwas über dich selbst</h1>



<p>Es sind <a href="https://petra-kohse.de/erkenne-deine-einschrankenden-gedanken/">Konditionierungen</a>, Ängste, Mangel, Neid oder Unsicherheiten, die da zu Wort kommen und die Wahrnehmung der Wirklichkeit streng kontrollieren. Das ist psychologisch keine neue Erkenntnis: Die Situation, dass zwei Personen an einem Tisch im Café sitzen und sich unterhalten, wird von einer von Verlustängsten geplagten Partnerin einer der Personen sicher anders registriert werden als von der Bedienung des Cafés. Der Ton macht die Musik, in diesem Fall: die Frequenz, in der man selber schwingt. Wenn man jedoch beginnt, diese Frequenz selbst beeinflussen zu können, ist es eine echte Offenbarung. </p>



<p>Zurück zu meiner Erfahrung. Zu registrieren, dass es sich um Bewertungen handelte, was ich da so ständig vor mich hindachte, führte zunächst dazu, dass es mir gelang, die Gedanken zumindest nicht weiter zu vertiefen. Stattdessen begann ich zu erforschen, auf welche Einstellungen, Erwartungen und Gefühle sie verwiesen. Das war wesentlich interessanter als sich damit zu befassen, was andere – oder man selbst – wieder falsch gemacht hat. Und bringt einen, wenn man in die innere Freiheit gelangen will, auch wesentlich weiter.</p>



<p>Worauf es ankommt, wenn man Bewertungen loslassen will, ist meiner Ansicht nach Folgendes:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Ehrlichkeit, anzuerkennen, dass es sich bei den meisten Gedanken über andere oder sich selbst um Bewertungen handelt und nicht um objektive Wahrheiten.</li>



<li>Den Mut, zu fragen, wem oder zu was diese Bewertungen dienen. </li>



<li>Eine zunehmende Anerkennung der eigenen Person als rundum schätzenswert – auch und gerade in ihrer Unvollkommenheit und Fehlbarkeit. </li>



<li>Der Respekt vor den Wegen und Entscheidungen anderer Menschen. </li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Neben persönlichen gibt es auch gesellschaftliche Bewertungen</h2>



<p>Jeder Punkt berührt ein anderes Kapitel des <a href="https://petra-kohse.de/dragonfly-programm-der-inneren-freiheit/">energetischen Prozesses </a>und öffnet eine neue Ebene der Wirklichkeitserfahrung. Das Thema Bewertungen begleitet einen den ganzen Weg hindurch – und auch darüber hinaus. Denn außer den persönlichen Bewertungen gibt es ja noch die gesellschaftlichen, die uns umgeben und denen sich zu entziehen besonders komplex ist. Aber auch da kann es gelingen, einen Weg zu finden, der mit den eigenen Herzensüberzeugungen in Resonanz geht. Als Menschen haben wir ja die Freiheit der Wahl, und zwar jeder einzelne Mensch und immer. </p>



<p>Und jede Wahl hat ihre Berechtigung. Das ist die Einsicht, mit der die Liebe ins Spiel kommt. Wenn ich darauf vertraue, dass alles, was andere sagen oder tun im Einklang mit ihrer Sicht auf die Welt steht, die ich nicht kenne – und wenn ich die Notwendigkeit, mich mit anderen identifizieren zu müssen, hinter mir gelassen habe, kann ich jeden so hinnehmen wie er oder sie ist. Das bedeutet nicht, dass ich ihnen damit automatisch zustimme. Vielmehr bewahre ich mir die Freiheit, mich von jemandem, dem ich nicht zustimme, friedlich abwenden, um das weiter zu verfolgen, was mir selber wichtig ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Ende des Bewertens ist das Ende des Kämpfens</h3>



<p>Das Ende des Bewertens ist auch das Ende der Notwendigkeit, andere zu bekämpfen. Und das ist wichtig. Denn durch den Kampf bindet man sich nur immer fester an das Bekämpfte. Wie es so schön heißt: Von der Tür, die ich zuhalten will, komme ich nicht los. Und dann wird der Ärger über das Feststecken in den Kampf investiert und so weiter.  </p>



<p>Wenn ich heute unterwegs bin oder spazierengehe oder nichts tue, denke ich oft an nichts. Oder ich wünsche und träume. Ich hechele auch mit anderen keine Situationen mehr durch, wie ich es früher gern getan habe und was damals auch oft lustig war. Ich finde das jetzt nicht mehr lustig. </p>



<p>Manchmal passiert es mir noch, dass ich Frequenzen an anderen Personen zu deuten versuche und dann mutmaße, was mit ihnen sein könnte. Wie eitel das ist, habe ich gerade erst wieder erfahren. Ich hatte eine Bekannte getroffen, die sehr unkonzentriert und auch etwas haltlos wirkte. Ich dachte, dass sie ein Suchtproblem haben könnte und habe das einer Freundin gegenüber sogar geäußert. Kurz darauf ist der Mann dieser Bekannten gestorben – nach kurzer, schwerer Krankheit, die sie ganz privat gehalten hatten. </p>



<p>Meine falsche Mutmaßung war eine Bewertung, die einen möglichen Blick auf das, was wirklich wahr, verstellt hat. Wir sollten es am besten dabei belassen: Wirklichkeit ist viele und jeweils nur von innen zu erfahren.</p>



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<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Foto von Alexa über Pixabay</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Träumen hilft! Energie folgt der Aufmerksamkeit – befasse dich vor allem mit dem, was du wünschst</title>
		<link>https://petra-kohse.de/energie-folgt-der-aufmerksamkeit-befasse-dich-mit-dem-was-du-wunschst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Petra Kohse]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2025 20:47:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Energetik]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://petra-kohse.de/?p=1265</guid>

					<description><![CDATA[<p>Was nährst du den ganzen Tag über – das Problem oder die Lösung? Dein Energiesystem wertet nicht, sondern folgt immer deinem Fokus. </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Worauf richtest du deine Aufmerksamkeit am häufigsten? Auf das, was du noch tun musst, was du nicht geschafft hast oder nicht schaffen wirst, was unerfreulich ist, was weh tut und dich quält, was nicht zu ändern ist oder nicht zu ändern scheint? Oder denkst du darüber nach, worauf du Lust hast, was dir wirklich wichtig ist und wie du dein Leben schöner machen könntest? Beurteilst du Situationen danach, wie sie dir gefallen haben oder was andere gesagt und getan haben oder über dich gedacht haben könnten?</p>



<p>Anders gefragt: Was nährst du den ganzen Tag über – das Problem oder die Lösung? Ja, es ist schwer, sich zu lösen, wenn die Umstände schwer sind. Wenn du Schmerzen hast, unter Druck stehst oder dir Sorgen machst. Und aktiv nach Schmerzlinderung zu suchen, die Sorgen mit anderen zu teilen oder in den Kampfmodus zu gehen, um einem Druck von außen begegnen zu können, macht die Sache ja nicht besser: Auch dann bleibst du mit deiner Aufmerksamkeit den unerfreulichen Dingen verhaftet – und stärkst sie energetisch. </p>



<h1 class="wp-block-heading">Wer &#8222;siegen&#8220; will, bleibt im Kampfmodus</h1>



<p>Denn dein Energiesystem unterscheidet nicht von zwischen dem, was dir guttut und dem, was dir schadet. Es wertet nicht, sondern folgt schlicht deinem Fokus und verstärkt alles, was es dort vorfindet. Wenn du über den möglichen Ursachen eines Problems grübelst, wird dein Blick darauf daher eher enger als weiter und du fühlst dich noch schlechter. Wie schon Einstein sagte: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind</p>
</blockquote>



<p>Anders gesagt: Solange man &#8222;siegen&#8220; will, ist man noch im Kampfmodus. Solange man &#8222;lindern&#8220; will, ist man im Schmerzmodus. Solange man von etwas &#8222;weg&#8220; will, ist man noch ganz und gar dort. Was aber tut man stattdessen? Die Antwort ist: Träumen und wünschen. Genau das, was den meisten Menschen als Kind mit Blick auf die vermeintlich feststehenden &#8222;Realität&#8220; ausgeredet wurde. Aber real an Situationen ist ja nur, dass deren Bewertung von dem Blick abhängt, mit dem man darauf schaut. Dass bisher noch keine Einhörner eingefangen und in einem Zoo ausgestellt wurden heißt nicht, dass es keine gibt. In Argentinien beispielsweise wurden letztes Jahr die Kammratte und die Samtfledermaus neu entdeckt, an die hat vorher auch keiner gedacht, da geht also noch was &#8230;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer träumt oder wünscht, wechselt die Ebene</h2>



<p>Aber ernsthaft: Träumen und wünschen hilft. Es kreiert positive Gefühle, beruhigt das vegetative Nervensystem, weitet den Blick – und wechselt die Ebene. Statt dich in Liebeskummer zu vergraben oder an der Jobsuche zu verzweifeln, könntest du dich hinsetzen und aufschreiben, wie genau du dir eine Partnerschaft oder einen Arbeitsplatz vorstellst. In allen, ruhig den kühnsten Details. Das hebt die Laune und durchbricht das Kreiseln. Und wie sich die Welt mit gehobener Laune sofort ändert, ist bekannt: Jemanden, der verliebt ist, stört weder das Gemecker eines Nachbarn noch ein verpasster Bus. Wer aber im Opfermodus ist, sieht das als Belege der Widrigkeit der Welt. </p>



<p>Nur mal angenommen: Was, wenn jede Situation, und scheint sie auch noch so unerfreulich, ein Geschenk an dich darstellen würde, das du nur noch nicht ausgepackt hast? Eine Kündigung lässt den Alltag zusammenbrechen, weckt Existenzängste, stellt die Persönlichkeit in Frage. Aber liegt nicht auch eine Freiheit darin? Der Keim zu Neuem? Sich diesen Gedanken nicht nur zu gestatten, sondern ihm mehr Zeit und Energie zu widmen als den Sorgen – das ist der Weg ins Offene. Welches Neue, wie soll sich das anfühlen, wo soll es hinführen? </p>



<h3 class="wp-block-heading">Wieviel Glück erlaubst du dir?</h3>



<p>Oder auch in noch ernsteren Situationen von chronischen Beschwerden beispielsweise: Gibt es da vielleicht auch Momente, die besser sind als die anderen? Wie kann man das wiederholen, verstärken, ausweiten? Was fällt einem noch ein, was gut tut? Und ja, manches kann man dann nicht in der gleichen Weise wie andere vielleicht. Aber was geht denn stattdessen? Glück ist eine Frage der Perspektive. Und der inneren Erlaubnis. Wie groß zu träumen, gestatte ich mir? Was würdest du mit einem Lottogewinn anstellen – und was davon lässt sich schon jetzt, schon morgen und ohne einen Cent mehr in der Tasche umsetzen? Sich den Möglichkeiten zuzuwenden ist eine Entscheidung. </p>



<p>Manchmal kann man die nicht treffen, weil einen Konditionierungen und Glaubenssätze hindern, weil man unbewusst Versprechen gegeben hat oder das eigene System es aus anderen Gründen als vorteilhaft ansieht, im Schmerz, in der Opferhaltung und im Widerstand zu bleiben. Dann ist Aufklärung und Lösungsarbeit hilfreich. Oft aber genügt es, zurückzutreten und sich zu fragen: Was ermöglicht mir diese Situation, an das ich zuvor nicht gedacht habe. Was wäre genau jetzt das Schönste? Wie genau würde das aussehen? Und wie würde ich mich dabei fühlen? Das ist nicht weltfremd, sondern Selbstwirksamkeit auf der Basis des energetischen Einmaleins: Nähre das, wovon du mehr willst, nicht das, was dir schadet.</p>



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<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Foto: schach100 über Pixabay</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wer ist man jenseits einer Rolle? Wenn einen das, was man einmal war, nicht mehr definiert?</title>
		<link>https://petra-kohse.de/wer-ist-man-jenseits-einer-rolle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Petra Kohse]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Aug 2025 12:49:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://petra-kohse.de/?p=1118</guid>

					<description><![CDATA[<p>Was ist das Ureigene an einer Person, wer ist man ohne Aufgaben, Credits und Fleißbienchen? Das kann man in der Stille und im Moment erfahren, ohne Blick zurück oder nach vorn.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://petra-kohse.de/wer-ist-man-jenseits-einer-rolle/">Wer ist man jenseits einer Rolle? Wenn einen das, was man einmal war, nicht mehr definiert?</a> erschien zuerst auf <a href="https://petra-kohse.de">Your Way  </a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Menschen bewegen sich in Rollen durch ihren Alltag, kaum anders als Schauspieler*innen über die Bühne. Und es sind viele Rollen und Bilder zu erfüllen. Geschlechterrollen, soziale Rollen, berufliche Rollen. Viele prägen gut sichtbar das Äußere, es gibt Kostüme, zu denen bestimmte Frisuren, teure Anzüge oder professionell manikürte Nägel gehören, Wohnstile, die Wahl des Sports, technische Accessoires oder bestimmte Sprechweisen. Und all diese Rollen prägen auch das Innere.</p>



<p>Einmal in der Rolle, teilen wir die dazugehörigen Wertvorstellungen, werden, was wir scheinen, weil wir angenommen werden, Teil eines Stammes sein wollen. Wir identifizieren uns. Und das macht Veränderung so schwer. Wenn ich einen renommierten Job kündige, in dem ich leide, bin ich vielleicht keine Person mit einem interessanten Beruf mehr. Wenn ich mich nach Jahrzehnten von einem Partner trenne, mit dem mich nichts Vitales mehr verbindet, bin ich plötzlich Single und an Weihnachten vielleicht allein. Und auch dies: Wenn ich anfange, meine Probleme zu lösen, riskiere ich, aus der Fürsorge meiner Umwelt zu fallen – und woher bekomme ich dann Aufmerksamkeit für meine Person?</p>



<h1 class="wp-block-heading">Manchmal sind die Rollen so eng, dass es schmerzt</h1>



<p>Selbst wenn die Rollen, in denen man sein Leben führt, eng geworden sind, manchmal so eng, dass es schmerzt, weiß man in ihnen doch, wer die Mitspielenden sind, wann man auf welche Bühne zu kommen hat und was dort von wem zu sagen ist. Diese Sicherheit ist vielen so viel wert, dass sie am Skript festhalten und sich damit zufrieden geben, von all dem, was ihrer Seele fehlt, nur zu träumen – sei es beim Seriengucken, auf Instagram oder in Cowboystiefeln zum Büro-Outfit. Man sucht allenfalls nach einer anderen Bühne, auf der das bisherige Stück nur minimal verändert weiter aufgeführt werden kann: Ein anderer Job in der gleichen Branche, ein anderer, genauso unselbständiger Mann. Warum? Weil man sonst schlicht nicht mehr weiß, wer man ist.</p>



<p>Aber – wer IST man denn jenseits der Rollen? Was ist das Ureigene an einer Person, wer ist man ohne äußere Merkmale, Aufgaben, Credits und Fleißbienchen? Wer ist man, wenn man nicht mehr ist, wer man war? </p>



<p>Im Theater gehen die Schauspieler*innen von der Bühne ab in die Garderobe, ziehen das Kostüm aus und schminken sich ab, bevor sie am nächsten Tag wiederkommen und in einem neuen Stück auftreten. Die Zeit zwischen dem Abschminken und dem Auftragen der nächsten Maske, ist für sie die vielleicht größte Herausforderung ihres Berufs. Die Phase, in der sie nach Hause fahren, in der Straßenbahn von niemandem erkannt werden und in ihre stille Wohnung kommen. Viele bleiben daher gern in der Kantine sitzen, weil ihnen da die anderen versichern, wer sie eben noch waren und morgen wieder sein werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In der Stille zwischen den Auftritten kommt man sich selbst näher</h2>



<p>Die Stille jenseits des Geregelten, Erwarteten, Bestätigten, ohne Skript, Ensemble und Publikum ist der Ort, an dem man sich sich selbst am nächsten ist. Der leere Raum. Die, die ihn suchen, brauchen dafür vielleicht 40 Tage in der Wüste oder eine komplette Änderung ihrer Lebensumstände. Zu finden ist er in jedem Fall im Inneren, im eigenen Herzen. Und dass viele Menschen erst einmal Schmerz spüren, wenn sie sich auf ihr Herz konzentrieren, ist kein Widerspruch. Das, was man IST, liegt oft unter dicken Schichten von Schmerz und regulierenden Konditionierungen. Dieser Schmerz muss heraus ans Licht, um seine Macht zu verlieren. Und dann werden auch die schönen Gefühle wieder frei.</p>



<p>Vielleicht hast du nach einer Kündigung, einer Trennung, in einer Krankheit oder in einer sonstigen verstörenden Situation schon erlebt, dass du nach dem ersten inneren Drama auch Zeiten hast, in denen zu dich vollkommen wohl fühlst, ja frei und angenehm anders. Dann aber fällt dir das Verlorene oder die neue Situation wieder ein, und der Schmerz kommt zurück. Dieses Hin und Her zwischen dem Leben im Moment, dem Erleben des Moments, und den Beschränkungen im Kopf ist sehr wertvoll, denn da merkst du, wie du deine Gefühle bereits selbst steuerst. Jetzt darfst du dir nur noch erlauben, die Gedanken an das, was war und auch die damit verbundene Rolle loszulassen &#8230; nicht mehr anzuhaften, wie man im Buddhismus sagt. Sondern im Augenblick und im Herzen zu bleiben. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Entscheide dich für das Hier und Jetzt</h3>



<p>Ja, du warst eine Person die dies und das dargestellt oder verkörpert oder erlebt hat. Aber das ist vorbei. Wer bist du jetzt? Was hörst und siehst du, was riechst du, was fühlst du unter deinen Händen, zu was hättest du jetzt Lust? So klein muss man anfangen, um sich neu zu erfahren, um festzustellen, was echte Erfahrung ist und was nur ein schmerzlicher Gedanke.</p>



<p>Und dann gewöhnt man sich natürlich an die neue Situation und findet in neue Rollen, so ist das Leben. Im Idealfall sind es Rollen, die besser zu einem passen, luftiger, vielfältiger und freudvoller sind. Genieße sie, aber bleibe wachsam, identifiziere dich nicht aufs Neue vollkommen damit, sondern übe, dich und deine Umwelt weiter unvoreingenommen und mit Neugier zu erforschen. </p>



<p>Etwa, indem du dich bei Begegnungen ohne Ansehen der Person und der Umstände stets ehrlich fragst, welchen Austausch du wirklich wünschst. Und indem du nur Entscheidungen triffst, die deine Welt im Hier und Jetzt reicher und offener machen. Und plane nicht so viel. Entwicklung ist ja nicht linear, sondern baut auf dem auf, was ist. Und sich jetzt zu quälen, damit es nachher schön wird, ist eine Rechnung, die nicht aufgeht. Es gibt ja auch kein vorgegebenes Ziel, sofern man sich von <a href="https://petra-kohse.de/erkenne-deine-einschrankenden-gedanken/">Konditionierungen </a>befreit hat. Es gibt nur den inneren Kompass, der den jeweils nächsten Schritt anzeigt, was immer es dort, wo er hinführt, zu erleben geben mag.</p>



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</div>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Foto: Christos Giakkas über Pixabay</p>
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